auf da roas

 
24.10.2009
Indianer – First Nation
weltreise land rover

Mit dieser Geschichte wollte ich bis zum Schluss unserer Canada Reise warten, da wir uns quer durch das Ganze Land eine Eindruck verschaffen wollten!

Mit einer Autofähre ist man vom Festland auf der größten Süßwasserinsel der Welt „Manitoulin Island“ und diese liegt im Lake Huron einem der drei großen Seen Canadas. Auf der Insel leben heute fünf Siedlungsstämme von Indianern, auf deren Fährte wir uns machen möchten.

Auf der suche nach einem geeigneten Übernachtungs- Platz, finden wir in einem Indianerreservat eine sehr interessante Bucht, wir beschließen hier zu bleiben, „irgendwie liegt hier ein gewisser Spirit in der Luft“.
Von weitem ist auf dem See ein Boot wahrzunehmen das sich unserem Lagerplatz nähert, es ist ein hübscher Indianerjunge der von Fischen zurückkehrt, wir winken ihm zu und freuen sich, auf einen Ureinwohner zu treffen. Wir kommen mit ihm gleich ins Gespräch ob er heute einen Fisch gefangen hat, anfangs war er sehr schüchtern und konnte uns nicht in die Augen sehen beim Gespräch. Doch er vertraute uns dann doch langsam, als wir ihm erklärten, wir möchten ihm nichts antun, also hat die heutige Generation noch etwas Angst vom weißen Mann, stellen wir fest.
Wir fragen ihn auch ganz freundlich ob dies sein Lagerfeuerplatz sei und ob dies ein Problem wäre wenn wir hier übernachten, er Indianerjunge antwortet freundlich – dieser platz ist doch für alle da. Wir machen gemeinsam Lagerfeuer und bieten dem Jungen ein warmes Essen an, er wirkte etwas durchgefroren, er nahm dankend an und erzählt uns so einiges von seinen Urahnen und die Lebensweise der First Nation Stämme! Nach diesen ganzen interessanten Geschichten vom Indianerjungen hatten wir auch das Gefühl er würde die ganze Nacht auf uns aufpassen.

Die einzige Prärie der Bisons, ist heute die Kornkammer Canadas

Die Vorfahren der Indianer kamen vor ca. 35.000 Jahren über die zugefrorene Beringstraße nach Nordamerika. Es entwickelten sich unterschiedliche Kulturgruppen und sie verbreiteten sich am ganzen Kontinent. Im Norden lebten die „Halbnomadischen Jägerstämme“, die „Irokesen“ und „Huronen“ in der nähe des St. Lawrence Strom im Osten Canadas, im Westen lebten die „Plains Völker“ die Bisons waren ihre Lebensgrundlage und oben im kalten Norden die bei uns bekannten „Eskimos“, wie sie aber nicht genannt werden möchten, den „Eskimo“ ist ein Schimpfwort und bedeutet „Rohfleischfresser“, also nennen wir sie so wie sie wirklich heißen, „Inuit“.

Als der weiße Mann im 15 Jht. über America hereinfiel und die Indianer durch eingeschleppte Krankheiten und Verdrängung durch Besiedlung stark dezimiert hat. Hatten der in Canada lebende Indianer dennoch Glück bis zum 19. Jht, jedoch dann hat auch hier das Schicksal seinen Lauf genommen.
Millionen von Europäern strömten 1904 nach Canada ein und zerstörten die Lebensgrundlage der Indios! In den weiten Prärien Albertas lebten einst 10 Millionen Bisons und der weiße Mann hat es geschafft diese binnen von 4 Jahren auf 10.000 stück zu dezimieren und somit auch die Versorgungsquelle der Indios. Sie verarbeiteten alles von den Bisons, das Fleisch wurde getrocknet und Wintervorräte angelegt, aus den Knochen schnitzten sie kunstvolle Werkzeuge und Schmuck, das Leder und die Felle der Tiere wurde gegerbt, sie bauten damit ihre Tipis und nähten ihre Kleider. Sie benötigten keine Einkaufsladen um die Ecke um zu überleben – alles was ihnen die Natur zum leben gab, und sie entnahmen nur das was sie wirklich brauchten. 

weltreise land roverLandrückgaben – Anerkennung als Ursprüngliche Besitzer des Kontinents

Heute Leben noch 610.000 Indianer und 50.000 Inuit in Kanada, 1982 wurde die Verfassung geändert und ihnen wurden die Rechte als Ursprüngliche Besitzer des Kontinents anerkannt. Dies wiederum stärke das Selbstbewusstsein der Ureinwohner, die Landrückgaben und eine eigene Regierung fordern. Im Norden erhielten die „Inuit“ ihr „Nothwest Territorium“ zurück und wird ausschließlich von ihnen regiert.
Dennoch kann einem auf Reisen nicht alles fröhlich stimmen, wenn man bedenkt wie groß dieses Land ist und all dies der „First Nation“ gehörte, in Canada sogar noch vor 100 Jahren, so waren wir dann schon etwas traurig, zu sehen wie die meisten Indianer in kleine Reservaten leben und dort ihr Alkoholiker darein fristen.
Dann noch die unzähligen Souvenirläden voll gestopft mit Indianer Kunsthandwerken und hiermit der weiße Mann auch heute noch Geld damit macht, das sowieso in China hergestellt wird.

weltreise land roverTotempfähle

Am schönsten ist die positive Entwicklung der Rückbesinnung in B.C. Vancouver Island zu beobachten. Hier finden sich noch einige Stämme die ihr Traditionelles Handwerk die Schnitzkunst beherrschen und wieder aufleben lassen. Nachdem die Totem Jahrzehnte lang von der Regierung und Missionaren verboten wurden und als „Heidnisches Schnitzwerk“ betrachtet wurde. Heute ist wieder ein Aufleben dieser Alten Tradition zu bemerken. Die Totempfähle sind Kunstvoll geschnitzt und bunt bemalt, mystische Fratzen und jedes Tiersymbol hat seine bestimmte Bedeutung. Am besten beherrschten die Schnitzkunst die an der Nordwest-Küste lebenden Indianer, der Irrglaube das die Totem als Marterpfähle dienten möchte ich hier mit aufräumen, sie dienten als Prestige Objekte und zeigten den Reichtum und Macht eines Stammes.